Besuch bei Frisch und Faust

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Investition in Ausbildung ist Investition in die Zukunft. Darum besuchte ich auf meiner Nah-bei-Dir-Tour zusammen mit unserer Bürgermeisterkandidatin Franziska Giffey, BVV-Kandidatin Katja Ahrens und Bundestagskandidat Klaus Mindrup die Firma Frisch und Faust Tiefbau in Niederschönhausen, einen der erfolgreichsten Ausbildungsbetriebe unserer Stadt.

Auf dem Gelände begrüßten uns der kaufmännische Leiter und Prokurist Dieter Mießen und der hauseigene Buddybär. Die duale Ausbildung ist sein Herzensthema, deswegen brachte Herr Mießen auch einige Auszubildende mit und führte uns sofort in die große Halle auf dem Betriebsgelände. Hier war geschäftiges Treiben zu beobachten, denn die angehenden Baumaschinenmechatroniker hatten alle Hände voll zu tun.

In den 90er Jahren kam das Unternehmen ins Gewerbegebiet nach Niederschönhausen. Seit damals entwickelte sich das mittelständige Unternehmen schnell weiter, baute eigene Strukturen auf und vergrößerte seine Betriebsfläche und den Fuhrpark. Besonders stolz ist Dieter Mießen darauf, dass es bei Frisch und Faust alle Leistungen aus einer Hand gibt: angefangen beim hauseigenen Schweißer über die eigene Baumaschinenwerkstatt. Inzwischen braucht man hier keine Subunternehmer mehr und ist so in der Lage, schnell und flexibel zu reagieren, wenn etwas auf der Baustelle gebraucht wird. Dieses Erfolgsrezept hat auch dafür gesorgt, dass Frisch und Faust inzwischen viele landeseigene Bauprojekte durchführt und begleitet.

Immer dabei sind die Auszubildenden, denn die Unternehmensführung hat die Bedeutung junger Menschen für die Zukunft erkannt. Das ist auch der Grund, warum Frisch und Faust über den eigenen Bedarf ausbildet. Der mehrfache Preisträger des Berliner und Pankower Ausbildungspreises hat auch Anforderungen an seine künftigen Auszubildenden. Wichtig ist dem Unternehmen nämlich, dass die jungen Menschen wissen, worauf sie sich einlassen. Deshalb sollen sie vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum im Unternehmen gemacht haben. Das habe sich bewährt, erzählt Herr Mießen. Außerdem kommen hier auch Auszubildende mit ungewöhnlicher Bildungsbiographie zum Zug und diejenigen, die in Deutschland grade Fuß fassen: Von den 17 Azubis, die dieses Jahr frisch angefangen haben, haben 12 einen Migrationshintergrund. Auch wenn das manchmal eine Herausforderung ist, so ist es dennoch möglich, ihnen über die Ausbildung Zukunftschancen zu ermöglichen. Diesen Weg begleitet das Unternehmen mit Leidenschaft.

Auf die Frage, was aus seiner Sicht wichtig ist für die Politik im Land Berlin, antwortet Herr Mießen eindeutig: Bildung, Bildung, Bildung. Die Digitalstrategie muss über Endgeräte hinausdenken. Auch wenn die Homeofficepflicht für das Unternehmen schwierig war, haben sie es dennoch geschafft, alle Mitarbeitenden technisch auszustatten und das wünscht Herr Mießen sich auch für die Schülerinnen und Schüler, denn wo gelernt wird, ist eigentlich egal. Die ganze Stadt ist Lernraum in Berlin. In Hinblick auf den Lehrkräftemangel stimmt Herr Mießen mit uns überein: Berliner Lehrer müssen wieder verbamtet werden, damit sie auch in Berlin bleiben. Wir sehen das auch so.

Und noch eine dringende Bitte hat Herr Mießen mit Blick auf die Erfahrungen aus dem Pandemie-Jahr: Berufsorientierung muss auch in Pandemie-Zeiten weiter funktionieren. Es ist wichtig, jungen Menschen die Perspektiven für ihr Leben aufzuzeigen und damit Orientierung zu geben. Seinen Teil trägt Frisch und Faust mit verschiedenen Schulkooperationen an Schulen in schwieriger Lage bei.

Und wie ist es im Kiez? Schließlich wächst immer mehr Wohnbebauung aus allen Richtungen an das Gewerbegebiet in der Wackenberg-/ Buchholzer Straße heran. Das bedeutet für die Bewohnerinnen und Bewohner auch eine Belastung. In der Zukunft wird es hier für Gewerbe auch noch schwieriger, wenn die neue Schule in die Grumbkowstraße kommt. Hier soll ein Gymnasium mit 800 Schulplätzen entstehen. Das wird diesen Kiez verändern. Trotzdem blickt Herr Mießen positiv in die Zukunft, denn Frisch und Faust ist offen und mit den Anwohnenden im Gespräch. Außerdem bietet sich durch den Schulbau die Chance, duale Ausbildungen auch an einem Gymnasium zu verankern. Wir werden diese Entwicklung in Niederschönhausen eng begleiten und zwischen den Gruppen vermitteln, denn wir wollen ein Pankow, in dem Platz für alle ist.