Besuch im SJC Buch

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Die nächste Station auf meiner Nah-bei-Dir-Tour führte mich zusammen mit BVV-Kandidatin Katja Ahrens und Willi Franke, dem Wahlkreiskandidaten für das Berliner Abgeordnetenhaus, in den Sportjugendclub (SJC) Buch. Dort begrüßten uns die Projektleiterin Ramona Schlegel, Sportpädagoge Alexander Danilov und Erzieherin Franzi Golüke mit selbstgemachtem Tee aus dem Kräutergarten des SJC.
Der SJC Buch liegt in einem Wohngebiet an der Karower Chaussee in der Nähe der neuen Grundschule, die dort aktuell gebaut wird. Gegründet wurde der SJC 1993 auf Initiative der Sportjugend Berlin, im Rahmen des Senatsprogamms „Jugend mit Zukunft“. Seitdem ist das kleine Team für die Kinder und Jugendlichen im Kiez da.

Frau Schlegel berichtete uns vom Konzept des SJC. Hier gibt es ein breites Angebot für sportliche Betätigung von Fitness über Tanz bis hin zu Kickboxen. Der Jugendclub verfügt über Tischtennisplatten, einen Kletterfelsen im Garten und sogar ein Beachvolleyballfeld. Außerdem gibt es im Innenbereich Dartscheiben und ein Medienzimmer. Außerdem gibt es auch eine eigene Küche, in der gemeinsam gekocht werden kann.

Der SJC ist im SV Buch integriert. Dieser Verein bietet aktuell rund 100 Kindern Sportangebote. Aber auch für diejenigen, die lieber spontan entscheiden möchten, gibt es in der offenen Arbeit eine Menge Auswahlmöglichkeiten. Ein wichtiges Anliegen ist es, dass ehrenamtliches Engagement erleichtert und mehr unterstützt wird. Denn im SV Buch fehlen, wie auch in anderen Vereinen, oft Übungsleiter und Ehrenamtliche. Hier nach Möglichkeiten zu suchen, um Anreize zu schaffen, nehmen wir als Auftrag mit aus unserem Besuch.

Die Räume des SJC lassen von außen nicht vermuten, welche Vielfalt sich hinter den Türen verbirgt. Früher war das Gebäude eine Kita; heute hat das engagierte Team des SJC bis in den kleinsten Winkel in jedem Raum etwas Besonderes geschaffen. Sogar die Corona-Zeit, in der hier nur sehr wenig los war, wurde genutzt, um das Angebot noch auszubauen. Im Keller entstand eine Boulder-Wand, die seit der Öffnung mit viel Wettkampfgeist beklettert wird.

Wie Franzi Golüke und Alexander Danilov berichten, hat sich im vergangenen Jahr einiges im SJC verändert. Im Moment kommen mehr Kinder im Alter zwischen 8-11 Jahren hierher, während es vor der Pandemie vor allem die 14- bis 23-jährigen waren. Für sie waren die Regelungen der letzten Monate zu starr und ließen spontane Treffen nicht zu; oft konnten nur Zaungespräche oder Einzeltermine durchgeführt werden. Darum blieben die Jugendlichen im letzten Jahr oft weg. Das Team steht aber dennoch mit vielen von ihnen im Kontakt und so sind sie zuversichtlich, dass einige bald zurückkommen. Auch hier wurde uns aber berichtet, dass manche Jugendlichen verloren gegangen sind. Frau Schlegel berichtet darüber, wie Buch sich in den letzten Dekaden verändert hat und dass es zur Förderung der vielen Kinder hier eigentlich mehr Personal im SJC braucht.

Ganz besonders fehlt es dem SJC aber auch an jemandem, der sich gärtnerisch um das große Gelände kümmert. Zwar bietet der Garten viel Platz für Bewegung, aber die Pflege kann das kleine Team nicht abdecken. Einige Nachbarn helfen bei der Pflege, aber das reicht leider nicht aus. Hier braucht es Verstärkung aus dem Bezirk.

Ein besonders Projekt brennt Franzi Golüke noch unter den Nägeln: Sie hat mit Fördermitteln ein Eishockeyfeld für den SJC besorgt, das schon im vergangenen Jahr auf einer kleineren Fläche ausprobiert werden konnte. Nun bemüht sie sich schon eine ganze Weile beim Bezirk darum, eine ausreichend große Fläche zu finden, auf der das Feld dauerhaft aufgebaut werden kann – bisher ohne Erfolg. Auf den weißen Platten, die sie uns vorgeführt hat, kann man sogar im Sommer Schlittschuh fahren. Dieses Angebot ist einmalig im Pankower Norden. Deswegen haben wir zugesagt, bei der Suche nach einer Fläche zu unterstützen.

Der SJC lebt von der Verzahnung und Kooperation in den Kiez. Durch die Kooperation mit der HOWOGE können hier regelmäßig Turniere stattfinden. Auch die Zusammenarbeit mit Gangway e.V., die einige Räume in der oberen Etage nutzen, wird sehr geschätzt. Gangway betreibt Straßensozialarbeit und hält so Gesprächskanäle mit den Jugendlichen offen, die sonst nicht in den SJC kommen würden. So funktioniert Kiezorientierung!