Gespräch mit Start-up digital.wolff

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Im Rahmen meiner Nah-bei-Dir-Tour habe ich gemeinsam mit Anna Howind Moreno, die für die Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) kandidiert, das Gründer-Team des Berliner Start-up Unternehmens „digital.wolff“ besucht. Sie sind die Entwickler der „Digitalen Spendensäule“ und haben uns ihre Idee erklärt.

Das kreative Duo Hannah Jo Wolff und Dr. Martin C. Wolff sind die Erfinder der ersten Spendensäule, die ohne Kleingeld funktioniert. Angefangen hat alles mit dem „Digitalen Klingelbeutel“, wie uns das Ehepaar erzählt. Die kirchliche Kollekte während des Gottesdienstes konnte damit neu aufgestellt werden. Die Kombination aus herkömmlichem Klingelbeutel und digitaler Zahlungseinheit hat geholfen, deutlich mehr Spenden zu generieren. Darauf folgte die Konzeptionierung der „Digitalen Spendensäule“, die mittlerweile in Museen, dem Berliner Zoo und andere Räume des kulturellen öffentlichen Lebens Berlins zu finden ist.

Wir tauschten uns bei dem Vor-Ort-Termin über die technischen Details aus. Wir wollten wissen, wie sie auf die Idee der digitalen Spende kamen, welche Funktionen die Säule im Einzelnen hat, wie sie von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird. Schnell war klar, dass jeder von uns schon einmal in der Situation war, kein Kleingeld in der Tasche zu haben – darum war der Schritt zur digitalen Spende eigentlich logisch.

Die Digitale Spendensäule ermöglicht das Spenden für einen guten Zweck, quasi im Vorbeigehen, völlig kontaktlos mit EC- oder Kreditkarte, sowie per Smartphone. In die Spendensäule ist neben einem Infoscreen ein Kartenlesegerät integriert. Mit einem kleinen Rädchen lässt sich die individuelle Spendenhöhe einstellen. Das wird gut angenommen, wie das Entwicklerpaar berichtete. Inzwischen stehen 50 digitalen Spendensäulen im ganzen Bundegebiet von München bis Flensburg, rund 25 davon in Berlin.

In Pankow brachte Anna H. Moreno bereits im Juni dieses Jahres für die SPD-Fraktion den Antrag „Digitale Spendensäule für Pankow“ ein. Dieser Antrag soll nun auch bald mit Leben gefüllt werden. Die Einrichtung der digitalen Spendensäule soll im Rahmen der Kooperation von Vereinen, Initiativen und der lokalen Gewerbe- und Unternehmensstruktur in Pankow dienen. Die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass gerade das Kleinstgewerbe jetzt und in den kommenden Jahren nach der Pandemie unser aller Unterstützung benötigt – darin sehen wir eine wichtige Chance.

Auch für diejenigen, die die Spenden erhalten, bietet das System Vorteile, denn der bürokratische Auffand wird durch die deutsche Software, die dahintersteckt, auf ein Minimum reduziert. Spendenquittung, Buchung und alles, was damit zusammenhängt, kann das System automatisch vernehmen. Das ist eine echte Entlastung – und Made in Berlin.

In einem Folgetermin wollen wir uns mit dem Betreiber der digitalen Spendenmöglichkeit in der Gethsemanekirche in der Stargarder Straße austauschen sowie ein weiteres Projekt in Schöneberg ansehen. Außerdem ist ein Gespräch mit möglichen Kooperationspartnern für eine Umsetzung der Digitalen Spendensäule in Pankow geplant.

Neben der Spendensäule bietet „digital.wolff“ weitere innovative Softwarelösungen, die das Potential haben, Verwaltungsabläufe in unserem Bezirk zu vereinfachen. Die Erfahrung des Start-ups zeigt zwar, dass es schwierig ist, die Verwaltung zu überzeugen, aber wir wollen es trotzdem versuchen. Die Pankower SPD hat sich schließlich die Digitalisierung einer bürgernahen Verwaltung auf die Fahnen geschrieben und dazu stehen wir. So ließen sich beispielsweise Buchungen von öffentlichen Räumen sehr vereinfachen – ein Schritt näher zur gelebten sozialräumlichen Öffnung. Wir sind dabei und schlagen das nächste Kapitel Pankow auf.